Riedelbacher Heide (Naturschutzgebiet)

 

Die "Heide" ist ein ausgewiesenes Natuschutzgebiet oberhalb von Riedelbach.

 

Wie kommt man dorthin?

Mit dem Auto: Zur Max-Ernst-Schule fahren. Dort optimalerweise parken und den Teerweg bis ganz nach oben auf die, umgangssprachlich genannte, „Rennstrass´“ spazieren. Die Heide liegt oberhalb des Dorfes hinter dem Segelflugplatz / Heidesportplatz.

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Einer der beiden Feldwege durch die Riedelbacher Heide - ausgewiesenes Naturschutzgebiet.

 

Entstehung und Geschichte

Das Naturschutzgebiet Riedelbacher Heide wurde am 28. November 1969 mit einer Fläche von 8,4 ha ausgewiesen. Das Ziel der Unterschutzstellung ist die Erhaltung einer durch intensiven Beweidung entstandenen historischen Heidefläche. Die Heide ist ein durch Übernutzung entstandenes Kulturbiotop, das nur durch immer wiederkehrende Nutzung oder Pflege in diesem schützenswerten Zustand zu erhalten ist. Durch starke Beweidung und durch Abplaggen der obersten Vegetationsschicht beispielsweise für Einstreu waren in den vergangenen Jahrhunderten nährstoffarme Flächen entstanden, auf denen nur noch Pflanzen wie Heidekraut und Wacholder gediehen. Wie aus historischen Karten zu entnehmen ist, waren solche Heideflächen früher auch im Taunus weit verbreitet.

Die Riedelbacher Heide stellt nur noch ein Relikt solcher Biotope dar und wurde deswegen unter Naturschutz gestellt. Aufgrund der geänderten Nutzung und des Nährstoffeintrags aus der Luft reichern sich aber wieder Nährstoffe an und lassen auch andere Gehölzarten gedeihen, die das Licht liebenden Wacholder verdrängen. Die für die Heidefläche typische Vegetation aus Heidelbeere und Heidekraut mit Wacholderbüschen und vereinzelten Borstgrasflächen drohte in den letzten Jahren zu verbuschen. Eine Beweidung durch örtliche Schafherden war nur teilweise erfolgreich. Insbesondere in den Wacholdergruppen nahm die Verbuschung durch Birken, Eichen und Pappeln zu.

Seit 2002 arbeitete die Naturschutzgruppe der Lokalen Agenda 21 einige Jahre lang regelmäßig im Frühjahr und Herbst im Naturschutzgebiet. Von Hand wurden die unerwünschten Gehölze abgeschnitten und von der Fläche entfernt. Bei Bedarf werden weiter Pflegeeinsätze durchgeführt. Seit einigen Jahren wird die Fläche durch eine Schafherde regelmäßig beweidet und es tritt somit keine erneute Verbuschung ein. Das Mulchen eines Großteils der Heidefläche seitens des Weilroder Forstamts, dem die Pflege des Naturschutzgebiets Riedelbacher Heide obliegt, dient vor allem der Verdrängung des Ginsteraufwuchses. Es werden seitens des Forstamtes noch einzelne Solitärbäume gefällt, um den Laubeintrag und die Besamung der Fläche mit Waldbäumen zu reduzieren. Der größte Teil der im Pflegeplan ausgewiesenen Bereiche der Heidefläche ist wieder erfolgreich gepflegt und wird durch die Beweidung dauerhaft erhalten. Auch die Licht liebenden Wacholderbüsche konnten durch die Entbuschung gerettet werden. Das Heidekraut breitet sich auf der Fläche wieder aus.

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach.

 

Eine Erzählung von Siegfried Meinke: Heidepflege 1980 bis 1984 durch den „Heidestammtisch“:

„Die Heide in Riedelbach war so stark mit Fichten und Birken zugewachsen, dass der Wacholder - der viel Licht braucht - stark zurück ging und teilweise vollkommen verschwand. Förster Graulich, der für die Heide zuständig war, kam mit der Bitte auf uns zu, den Rückschnitt der Fichten und Birken vorzunehmen, da der Forst für diese Arbeiten nur 1.000 DM im Jahr zur Verfügung stellte. Diesen Betrag wollte er dem Stammtisch zukommen lassen.

Heide in den 80ern

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach.

Wir erklärten uns sofort zu dieser Aktion bereit. Bis 1984 waren wir jedes Jahr im Winter - von Oktober bis März - auf der Heide tätig. Das angefallene Holz durften wir behalten und wurde jeden Samstag unter den Beteiligten verlost. Äste und Sträucher wurden an vorgesehenen Plätzen gleich verbrannt. Da wir zwei extreme Winter mit bis zu 40 cm Schnee hatten, brachte ein Mitglied unseres Stammtisches von seiner Firma einen Unimog und einen Radlader mit. Mit dem Radlader schoben wir eine Bahn bis zum Sportplatz, so konnten wir mit den Autos fahren.

Als Unterkunft hatten wir einen Bauwagen, den wir mit einem Tisch und Stühlen ausrüsteten. Darin haben wir gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Das Essen bereitetet immer eine von unseren Frauen zu und wir brauchten es nur abzuholen. Unser Arbeitstag ging von morgens 8 Uhr bis ca. 17 Uhr. Erwähnen möchte ich noch: Das Geld, das wir im Laufe der Jahre vom Forst bekamen, spendeten wir am Ende der Aktion vietnamesischen Kindern aus Neu-Anspach im Taunus, die ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren hatten.“

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach. Erzählt von Siegfried Meinke.

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