Der Ochsenstallplatz

Der heutige Ochsenstallplatz gibt Raum und Möglichkeiten für viele schöne Feste und Feiern. Die Hütte oder auch Kotta genannt, bietet eine gemütliche Grillmöglichkeit.

Wie kommt man dorthin? Dorfmittelpunkt direkt in der Langstraße gelegen und gegenüber der Weiherstraße (steilste Straße im Dorf).

 Ochsenstallplatz

Der Ochsenstallplatz steht für viele schöne Feste bereit

 

2015 gab es im Rahmen des Dorfentwicklungsprogrammes die Idee einen Treffpunkt für die Riedelbacher Bürger neu zu gestalten. Nach intensiven Planungen ging 2017 der Umbau los. Durch viel Eigeninitiative und Schweiß des damaligen Ortsbeirates, gemeinsam mit weiteren Bürgern, wurde der Platz neu gepflastert, die Pflanzbeete angelegt, der Dorfbaum gepflanzt, das Gitter vor dem ehemaligen Bunker von Siegfried Meinke hergestellt und die Beleuchtung installiert. Kurz vor der Einweihungsfeier im Jahre 2018 wurde vom Bauhof der Gemeinde Weilrod auch noch die Grillhütte aufgebaut. Hier könnten selbst bei schlechtem Wetter bis zu 20 Personen Platz finden.

Quelle:Usinger Anzeiger, 13.06.2021

 

 Bunter Ochse

Eine anonyme Ochsen-Spende wurde im Jahr 2019 erstmals am Ochsenstallplatz aufgestellt

 

Entstehung und Geschichte

Der „Ochsenstall“ genannte gemeindliche Stall mit Scheune, ein Fachwerkgebäude, für ein bis zwei Bullen, einen Eber (Watz) und einen Ziegenbock stand bis 1969 dort, wo heute der Ochsenstallplatz ist. Im Gebäudebuch des Gemeindebezirks Riedelbach, Veranlagungsperiode 1910 bis 1924 (Hess. Hauptstaatsarchiv Abt. 433, Nr. 22156) ist das Gebäude für 1910 als Bestand aufgeführt: „Bullenstall“.

1938 ist ein Anbau für Feuerwehrgaragen dort aufgeführt. Vor dem Zweiten Weltkrieg betreute Eduard Buhlmann die Tiere danach bis zum Schluss Albert Veith. Zur Verpflegung der Zuchttiere musste jeder Bauer Hafer, Kartoffeln und Stroh abgeben. Gemeinsam mit Hilfe aus jedem Haushalt wurde „Ochsenheu“ gemacht, es wurde gemeinsam gemäht, gewendet und eingefahren. Der Mist der Bullen wurde verkauft. Der begehrte Dünger wurde von so genannten „Gaßebauern“, die selbst kein Großvieh besaßen und Gartenbesitzern gerne genommen. Alle zwei Jahre wurden die Tiere ausgetauscht, um Inzucht zu vermeiden.

Die Riedelbacher konnten sich gute Zuchttiere leisten, da sie durch den großen Waldbesitz eine reiche Gemeinde waren. Dem Ochsenstall war ab 1934 ein Feuerwehrgerätehaus angegliedert, das jedoch sehr feucht war, so dass die Geräte darin rosteten.

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach. Erzählt von Edgar Diehl, aufgeschrieben von Sabine Neugebauer

 

1943 wurde mit dem Bau des Bunkers im Felsen hinter dem Ochsenstall und dem Anwesen Heinemann begonnen. Es sollte eigentlich eine Verbindung zwischen den Stollen hergestellt werden. Auswärtige Arbeiter waren mit der Arbeit beschäftigt. Auch hinter dem Anwesen Hahn in der Bachstraße wurde mit dem Bau eines Stollens begonnen. Alle drei wurden nicht fertiggestellt. Aber bei Fliegeralarm wurden auch diese unfertigen Stollen genutzt, obwohl die Öffnung nur notdürftig mit Balken verschlossen wurde und nicht so viel Schutz bot, wie der Gewölbekeller der damaligen Schule im Unterdorf. Im Stollen am Ochsenstall standen Bänke, auf denen die Schutzsuchenden in dem nassen kalten Stollen Platz nehmen konnten. Abgerissen wurde der „Ochsenstall“ im Zuge der Dorfverschönerung 1969.

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach. Erzählt von Manfred Möller, aufgeschrieben von Sabine Neugebauer

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach. Erzählt von Edgar Diehl, aufgeschrieben von Sabine Neugebauer

Ochsenstall 1950

Ochsenstall in den 1950er Jahren

Quelle: Riedelbach Buch – 700 Jahre Riedelbach

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